Das Persönliche Verhältnis Zwischen Notar Und Parteien

Nach dem Gesetz "ist es Aufgabe des Notars, den Willen der Parteien zu ermitteln und die vollständige Ausstellung der Urkunde persönlich zu leiten" (Art. 47 Notarsgesetz). Der Notar muss den Willen der Parteien gründlich und vollständig durch Fragen und Informationsaustausch erkunden und auch die Motive und möglichen Änderungen des sich diesem darstellenden Willens in Betracht ziehen

(Pflichtenkodex, genehmigt vom Nationalen Notarrat Il 24.2.1994). Folglich beginnt das Verhältnis zwischen Klient und Notar in der Regel vor dem Abschluss und dem Vorlesen der notariellen Urkunde, damit der Klient seinen eigenen Willen vollständig darlegen und der Notar diesen verstehen kann; und es ist Pflicht des Notars, die Parteien bei der Wahl der zum einem möglichst vollständigen Erreichen des von den Parteien gewünschten praktischen Zweckes anwendbaren Urkunden und Klauseln persönlich zu orientieren und diesen an die zwingenden (d.h. an die unabdingbaren) Rechtsnormen anzupassen. Die Erkundung des Willens der Parteien kann auch im Moment des Erhalts der öffentlichen Urkunde oder der Beglaubigung der Privaturkunde erfolgen. Der Notar kann hinsichtlich des Verhältnisses mit den Parteien auf Mitarbeiter zurückgreifen, die grundsätzlich unter dessen Leitung arbeiten. Der Notar darf die Erkundung des Willens der Parteien, die jederzeit berechtigt sind, besagten Willen dem Notar persönlich zu äußern, auf keinen Fall an andere delegieren. Auch wenn die Urkunde in Übereinstimmung mit einem von den Parteien oder von einer der Parteien (z.B. Darlehensvertrag mit einer Bank) oder von anderen (z.B. von einem Automobilclub ausgestellte Vollmacht) vorgelegten Entwurf ausgestellt wurde, muss der Notar den Parteien den Inhalt und die juristische Wirksamkeit der Urkunde erklären und sicherstellen, dass diese dem Willen aller Parteien entsprechen.